Louise Brooks und die Bob Frisur als Symbol für Unabhängigkeit und Gleichheit der Frauen

Geschrieben von Ivana am . Veröffentlicht in Vintage

 Louise Brooks

Eine der populärsten Frisuren noch seit letztem Jahrhundert ist definitiv die Bob oder Page Frisur. Die Bob Frisur hat ihre Popularität und den Aufstieg zum Modethron dem Star der Stummfilme, Louise Brooks zu danken. Ihre Bob Frisur war in den zwanziger Jahren eine Sensation und die Frauen wollten alle ihre Replik. Mit dem gerade geschnittenem Pony und kurzem, schwarzem und glänzendem Haar, streng gezupften Augenbrauen, heller Haut und dunklen Lippen rundete sie ihren fatalen Look auf und startete einen Modetrend. Der Trend ist mehr oder weniger bis heute erhalten geblieben und es wundert daher nicht, dass er sich immer auf der Liste des einflussreichsten Stils des 20. Jahrhunderts befindet.

Bob Frisur als Symbol für Unabhängigkeit und Gleichheit der Frauen

Louise Brooks

Diese Frisur ist eine Frisur für alle Zeiten, getragen wurde sie von vielen Stars, von Mary Ann Jackson bis hin zu Uma Thurman, und durch die Geschichte erlebte sie viele Variationen. Der Bob war in den zwanziger Jahren ein Synonym für Promiskuität aber sehr bald wurde der Bob im Kontext der Frauenrechte zum Symbol der Gleichheit und Unabhängigkeit der Frauen. Diese Frisur wurde im Jahr 1909 vom Frisur Antoine de Paris kreiert, inspiriert von Ivana Orleanska. Das war die Zeit vieler soziologischer und kultureller Änderungen, die wie Futurismus das Ende der traditionellen Kunst angekündigt haben (ich habe schon über die Flapper Mädchen geschrieben). Die Frisur wurde besonders populär, erlebte aber dann einen unerwarteten Abstieg in Amerika, wo sie als „Schande für jede Frau“ beschrieben wurde.

Louise Brooks

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Geboren wurde sie in Kansas im Jahr 1906 als Mary Louise Brooks. Die Bob Frisur, durch welche sie später berühmt wurde, trug sie noch seit der Kindheit und bekam deshalb den Spitznamen „schwarzer Helm“. In ihrer Kindheit wurde sie sexuell missbraucht, was sie das ganze Leben lang begleitete. Später behauptete sie, sie wäre „unfähig für die richtige Liebe“ und das diese Erfahrung „ihre Einstellung zur sexuellen Lust bestimmt hat… für mich waren anständige, liebe Männer nie genug – Dominanz musste vorhanden sein“. 
04-louise-brooksIhre Karriere begann sie als Tänzerin in Los Angeles, und im Jahr 1925 unterschrieb sie den fünfjährigen Vertrag mit dem Filmstudio Paramount Pictures. Ihre bekannteste Rolle realisierte sie als Vamp Verführerin im Stummfilm von Howard Hawks "A Girl In Every Port". Als sie von Paramount nicht die versprochene Lohnerhöhung bekommen hat, ging sie im Jahr 1928 nach Europa und arbeitete dort mit dem österreichischen Regisseur G.W. Pabst zusammen. Ihre zweit bekannteste Rolle war die im Film "Die Büchse der Pandora" aus dem Jahr 1929. Dieser Film erregte großes Interesse wegen der realistisch gezeigten Sexualität und den ersten lesbischen Szenen im Film. Nach Pandora spielte sie noch in den Filmen "Diary of a lost girl" und "Prix de beaute", beide bekannt und zensuriert wegen den schockant gezeigten Darstellungen der Sexualität und gesellschaftlichen Satire. Anfang den dreißiger Jahren kehrte sie zurück nach Hollywood und spielte kleinere Rollen in B Produktionen und Kurzfilmen. Ihr letzter Film war der Western "Overland Stage Raiders" aus dem Jahr 1938, in welchem sie mit John Wayne gespielt hat.
Nach der beendeten Filmkarriere hat sie versucht sich selbst zu finden, so arbeitete sie als Verkäuferin, leitete ein Tanzstudio, spielte im Radio und schrieb Klatschkolumnen um mit 36 Kurtisane zu werden, die von einigen reichen Kunden untergehalten wurde. Im Jahr 1932 erklärte sie ihren Bankrott. Sie war findig, außerordentlich intelligent und hatte eine scharfe Zunge, sie gab nicht auf und begann, über Filme und ihr Leben zu schreiben. Im Jahr 1982 gab sie ihre Memoiren "Lulu in Hollywood" aus, für die der bekannte Kritiker Roger Ebert behauptet, es sei „eines der witzigsten und ehrlichsten Filmbücher“. John Updike hielt sie für den besten Hollywod-Schriftstelller. Ihre Tagebücher und Notizen wurden im Jahr 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese hat sie der Stiftung von George Eastman überlassen, unter der Bedingung, diese erst 25 Jahre nach ihrem Tod der Öffentlichkeit zu öffnen.  
Was ihr Liebesleben anbetrifft, sie heiratete zwei Mal und hatte Affären mit vielen Männern, unter anderen auch mit Charlie Chaplin. Einige sexuelle Erfahrungen hatte sie auch mit Frauen, unter anderen mit Greta Garbo, hatte aber nie Beziehungen mit Frauen. Geschichten darüber, sie wäre Lesbe oder Bisexuell fand sie außerordentlich unterhaltsam.
Mit ihrer Schönheit, Intelligenz, Unabhängigkeit und scharfer Zunge inspirierte sie so manche Charakterbilder des Zeichners Hug Pratt, den SF Roman The Invention of Morel, den Strip Dixie Dugan und erotische Bücher von Valentino. Liza Minnelli basierte auf ihr ihre Rolle von Sally Bowels aus "Cabaret".

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